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Entwicklungsgeschichtlich gesehen waren Boxen und Ringen die ersten Kampfarten des Menschen. Jedoch erkannte der Mensch bald, dass die ungleich größere Kampfeswirkung mit Hilfe von Ästen, Steinen oder anderen Hilfsmitteln erzielt werden konnte. Diese "Angriffs- oder Verteidigungswaffen" wurden in ihrer Handhabung und Funktionalität ständig weiterentwickelt und verbessert. Man versuchte beim Benutzen dieser Waffen geschickter zu sein als der Gegner. Fechten nennt man diesen Vorgangimmer dann, wenn der Kämpfer bemüht ist, sich nach dem Angriff seines Widerpartes zu richten, den ihm zugedachten Hieb oder Stoß in irgendeiner Form abzuwehren, jede Blöße, die sich der Gegner gibt, zu erkennen und blitzschnell auszunutzen.
Über die Jahrhunderte hinweg wurde die Ausrüstung ständig geändert und den Anforderungen angepasst.
In der Antike war ein bewegliches Fechten im heutigen Sinne des modernen Sportfechtens nicht möglich, da die Waffen und die bewegungshemmende Schutzvorrichtung wie Helm, Panzer und Schild keine blitzschnellen Aktionen zuließ.
Im Mittelalter war wiederum die Bewaffnung der Ritter "Schuld" daran, dass ein sportliches Fechten im Keim erstickt wurde. Gepanzerte Rosse, Reitspeere und mächtige Schwerter waren für schnelle und durchdachte Aktionen ungeeignet.
Erst im 14. bis 15. Jahrhundert führte das Aufkommen der Infanterie langsam dazu, dass der Mensch beweglicher wurde, dadurch jedoch auch verletzlicher. Das hatte zur Folge, dass die Soldaten darauf bedacht waren, darauf zu achten, die gegnerischen Schläge und Hiebe abzuwehren.
Mit dem Aufkommen der Feuerwaffen gegen Ende des 14. Jahrhundert verschwand die Bedeutung des Fechtens als Mittel der Selbstverteidigung. Es entstanden örtliche Fechtschulen, die sich jedoch auf akademische und aristokratische Kreise beschränkten und deshalb unpopulärer wurden.
Das Aufkommen von Fechtmasken um 1700 führte wieder zu einem Aufschwung des Fechtens.
Schnellere Bewegungen und das gefahrlose Fechten auch in engem Abstand zueinander war nun möglich geworden. Dieses erhöhte beträchtlich den fechtsportlichen Anreiz.
In Deutschland wurde 1862 der erste Fechtverein gegründet. Fechtmeister aus Italien beeinflussten maßgeblich die Entwicklung in den deutschen Fechtsälen.
Die Vereinheitlichung der Kampfregeln und der Fechtwaffen um 1915 ebnete den Weg für chancengleiche Wettkämpfe wie sie heute auf Landes- und Bundesebene bzw. auf internationaler Ebene Wochenende für Wochenende stattfinden.
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