Presseecho.
David gegen Goliath
Personalwirtschaft/Zeitwirtschaft 3/99
Der Mittelstand verlangt heute zunehmend eine integrierte Software-Lösung für den Personalbereich. Der Zeitwirtschaftsanbieter Tisoware kooperiert deshalb mit der Firma Projekt, die über das Personalinformationssystem Persis SQL verfügt. Die Personalwirtschaft sprach mit Dipl. Betriebswirtin (BA) Sabine Dörr, geschäftsführende Gesellschafterin von Tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH, Reutlingen.
Personalwirtschaft: Tisoware ist am Markt seit vielen Jahren als Anbieter von Zeitwirtschaftssystemen bekannt. Jetzt nehmen Sie sich auch der Integration von Personalinformationssystemen in Ihre Programme an. Warum diese Erweiterung?
Dörr: Auslöser für diesen Schritt war die Anfrage eines Kunden, der Datensätze für die Bewerberverwaltung, Personalzeiterfassung sowie Lohn- und Gehaltsabrechnung nicht mehr jeweils neu eingeben und verwalten wollte. Dieser Kunde, die Logistic Group International ein Unternehmen der Willi Betz- und Hewlett Packard-Gruppe- richtete an uns die Anforderung, eine ganzheitliche Softwarelösung für das Personalwesen anzubieten, das heißt ein integriertes Personalinformationssystem zu schaffen.
Personalwirtschaft: Tisoware entwickelt keine eigenes Personalinformationssystem, sondern kooperiert jetzt mit der Firma Projekt. Warum haben Sie diesen Weg eingeschlagen ?
Dörr: Zunächst einmal ergab sich dies aus der Entscheidung des schon genannten Kunden LGI. Bei näherer Produkt- und Entwicklungsbetrachtung des Produktes Persis-SQL, sind wir zur Auffassung gelangt, daß sich die beide Produkte ausnahmslos als gute Ergänzung darstellen. Bei beiden Produkten handelt es sich um Client-/Server-Lösungen, die nach modernsten Gesichtspunkten entwickelt wurden. Damit können wir unseren Kunden in wirtschaftlich attraktives und anwenderfreundliches Angebot unterbreiten, da sich alle Hard- und Software-Komponenten modular und flexibel aufbauen lassen.
Wichtig war uns bei dem Schritt aber auch, daß wir dem Kunden eine Sicherheit als Investitionsschutz geben können, das heißt beide bislang als stand-alone-Anwendungen zu betrachtende Software-Pakete sind nun als integrierte Gesamtlösung zu nutzen.
Personalwirtschaft: Tisoware bietet jetzt neben der eigenen Zeitwirtschafts-Lösung auch das Personalinformationssystem von Projekt an. Handelt es sich um eine Vertriebskooperation?
Dörr: Ich würde nicht von einer Vertriebs-Partnerschaft, sondern vielmehr aus Kundensicht von einer Lösungs-Partnerschaft reden. Beim Kunden, der sowohl unsere Zeitwirtschaftssoftware wie auch ein integriertes Personalinformationssystem einführen will, wird zukünftig auf einer einheitlichen Datenbankumgebung aufbauend, die Datenübergabe von der Bewerberverwaltung über die Zeitwirtschaft bis hin zur Lohn- und Gehaltsabrechnung automatisch funktionieren, wie das von integrierten Softwarelösungen im Personalbereich auch erwartet wird.
Personalwirtschaft: Welche Lohn- und Gehaltsabrechnung läßt sich in Ihr System integrieren ?
Dörr: Die meisten unserer Kunden verfügen bereits über ein Softwarepaket zur Lohn- und Gehaltsabrechnung. Deshalb haben wir für die Übergabe unserer abrechnungsrelevanten Daten Schnittstellen zu nahezu allen Abrechnungssystem für Lohn und Gehalt geschaffen: von SAP bis Datev, von Varial bis Loga 2001.
Personalwirtschaft: Integrierte Software-Lösungen bieten auch SAP oder Personal & Informatik an. Was sehen Sie als Spezifikum Ihrer Lösung?
Dörr: Wir kombinieren zwei nischenorientierte Systeme zu einem und bringen die Stärken beider Produkte in ein ganzheitliches, integriertes Lösungskonzept mit gleichen "look and feel" sowie gleichem Datenpotential, sodaß der Anwender für die Personalarbeit ein innovatives Instrumentarium erhält, mit dem er den Zeitaufwand für Verwaltungsarbeiten reduzieren kann, um sich damit mehr Freiraum für andere Aufgaben wie zum Beispiel der Personalbetreuung zu schaffen.
Personalwirtschaft: Ihre Softwarelösung dürfte gegenüber dem Marktführer SAP erheblich kostengünstiger sein. Wie groß ist aus Ihrer Sicht bei Anschaffung und Implementierung der Preisvorteil?
Dörr: Der Nutzen steht aus meiner Einschätzung bei unseren Kundenprojekten meist vor Kostenbetrachtung. Den Vorteil in DM- oder Euro-Beträgen aufzuweisen, ist mir verständlicherweise pauschal nicht möglich, dieser kann allenfalls projektbezogen beziffert werden. Allerdings schätzen wir unsere Chancen bei der Preis-/Leistungs-Betrachtung gegenüber anderen Anbieter als sehr gut ein, sodaß auch David gegen Goliath eine gute Marktposition nachweisen kann.
Personalwirtschaft: Ein wichtiges Kriterium ist heute auch die Benutzerfreundlichkeit der Software. Erklärt sich die Software für die Anwender von selbst oder müssen die Mitarbeiter geschult werden?
Dörr: Alle unsere Produkte sind Windows-Applikationen, die vielen Anwendern heute vertraut sind. Selbstverständlich sind unsere Produkte deshalb so angelegt, daß sie möglichst selbsterklärend und gut beschrieben sind. Schulung sehe ich deshalb nicht als Muß, sondern als Angebot nach vorangegangener Organisationsberatung mit dem Kunden seine Anforderungen so effizient wie möglich umzusetzen, damit der gewünschte Nutzen für ihn kurzfristig erreichbar wird.
Personalwirtschaft: Wie hoch ist der Aufwand für Implementierung des Systems und die Schulung der Mitarbeiter?
Dörr: Das hängt von der Größe des Betriebs und den jeweiligen Anforderungen ebenso wie auch von den vorhandenen DV-Umgebungs-bedingungen ab. Bei einem mittelständischen Unternehmen kann für die Installation und Schulung einer integrierten Lösung, das heißt Bewerberverwaltung, Personalzeiterfassung et cetera als Personal-Informationssystem vielleicht von einem Durchschnittsaufwand von circa 10 - 15 Dienstleistungstagen ausgegangen werden. Eine verbindliche Auskunft läßt sich auch hier wiederum nur am konkreten Projekt ermitteln.
Das Gespräch führte Reiner Straub
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